
cc by wikimedia/ Christoph F. Siekermann
Griechenland braucht sich zumindest vorerst keine Sorgen mehr um einen Staatsbankrott zu machen. Zum beschlossenen Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro, verzichten zudem private Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Fonds auf Schulden in Höhe von 107 Milliarden Euro. Ob dies auch Folgen für die Kleinanleger haben wird, kann man laut Experten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.
Kritisiert wird jedoch jetzt schon von einigen Seiten, dass die Kleinanleger bei den Verhandlungen nicht gefragt wurden. Die Politik und die institutionellen Anleger haben den Schritt im Grunde alleine beschlossen. Grundsätzlich raten die Experten Kleinanlegern nun erst einmal Ruhe zu bewahren, denn die Lage sei noch vollkommen offen.
Private Anleger hätten offenbar am wenigsten zu befürchten, da ihre Anlagen zunächst (!) nicht betroffen seien. Zudem sind die Anteile der Staatsanleihen von Krisenstaaten in deutschen Rentenfonds sehr gering. Auf diese Investmentfonds wird es wohl auch im Moment noch keine Auswirkungen haben, jedoch merkt man natürlich allgemein die aktuell angespannte Lage…

Quelle: wikimedia
In den vergangenen Tagen ging es nicht nur auf politischer Ebene in Sachen Griechenland heiß her, sondern auch die Börsen reagierten wie immer direkt auf die Beschlüsse und Ereignisse. Noch konnten sich die Politiker nicht einigen, jedoch zeigen sich die Anleger offenbar nach einem kleinen Auf- und Ab nun wieder zuversichtlich.
So startete der Dax gut in den heutigen Mittwoch und knüpft an den Aufwärtstrend an. Ein Grund dafür könnte unter anderem ein Bericht des „Wall Street Journal“ sein, nach dem sich die EZB mit elf Milliarden Euro an einem Schuldenschnitt für Griechenland beteiligen wolle. Von der EZB gab es dazu noch kein offizielles Statement, trotzdem wirkte sich die Meldung positiv auf den deutschen Markt aus.
In der ersten Handelsstunde stieg der Dax auf 6815 Punkte und erhöhte sich damit um 0,90 Prozent auf ein neues Sechsmonatshoch. Die Lage der Aktien und des Euro bessert sich demnach. Man sollte sich jedoch natürlich nicht zu früh freuen, denn noch ist die finale Entscheidung rund um Griechenland nicht gefallen.

cc by fotopedia/ Clearly Ambiguous
Globale Zeiten bringen auch globale Krisen mit sich. So wirken sich Umstände wie die aktuelle Krise in den Euro-Staaten auch auf andere Länder aus. Die Weltbank hat nun ihren Ausblick für dieses und das kommende Wirtschaftsjahr vorgelegt und dieser sieht alles andere als rosig aus. Die Experten warnen sogar vor einem Absturz der gesamten Weltwirtschaft.
Das erwartete Wachstum der Weltwirtschaft wurde herunterkorrigiert und zwar auf 2,5 Prozent in diesem und 3,1 Prozent im kommenden Jahr. Betroffen seien hiervon nicht nur die kriselnden Staaten, sondern auch die bisher so starken Schwellenländer wie China oder Indien. In der Eurozone rechnet die Weltbank 2012 nur noch mit einem Wachstum von 0,3 Prozent und 2013 mit 1,1 Prozent.
Die Schwellen- und Entwicklungsländer werden ebenfalls schlechter bewertet als bisher gedacht. Hier rechnet man mit einem Plus von 5,4 Prozent in diesem und mit 6 Prozent im kommenden Jahr. Zudem seien sich die Experten nicht einmal sicher, ob in den Euro-Staaten die genannten Werte überhaupt erreicht werden könnten. Mit dem Jahr 2012 habe ein schwieriges Jahr für die Weltwirtschaft begonnen. Man stehe kurz vor einer erneuten Krise, die die letzte von 2008/09 sogar noch übertreffen könne. Dafür habe man bereits etliche Gegenmittel ausgeschöpft, so dass man sich nun von einer Krise nicht mehr so schnell erholen könne.

cc by flickr/ Funky Tee
Während die Eurozone aktuell mächtig wankt und die Unzufriedenheit der Bürger mit der Politik und dem wirtschaftlichen System weiter schwankt, sind auch die US-Ratingagenturen dabei mächtig Öl ins Feuer zu gießen. Natürlich müssen sie einen Ausblick liefern, jedoch hat dieser Ausblick leider meist eine Tragweite, die selten förderlich ist.
Anfang dieser Woche hat die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) den Ausblick für Deutschland und 14 weitere Länder der Eurozone auf „negativ“ gesetzt. Dies bedeutet, dass Deutschland schon bald seine Topbewertung von „AAA“ verlieren könnte. Auch andere Länder würden mit dieser Herabsetzung ganz schön ins Wanken geraten und die Situation könnte sich noch drastischer zuspitzen.
S&P spricht von einer 40-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass auf die Eurozone im kommenden Jahr eine Rezession zukommt. Dies läge zum großen Teil auch an dem unentschlossenen Handeln der Politiker. Zur gleichen Zeit wird die Kritik an den US-Ratingagenturen immer lauter. Sie würden die Krise künstlich beschleunigen. Immer mehr fordern nun eine europäische Alternative.

cc by flickr/ matze_ott
Am heutigen Mittwoch sollen in Brüssel die ersten Ideen für gemeinschaftliche Staatsanleihen vorgestellt werden. Viele Experten halten die Einführung der sogenannten Eurobonds für einen guten Schritt in die richtige Richtung um die Schuldenkrise in Europa in den Griff zu bekommen. Deutschland, allen voran natürlich Kanzlerin Angela Merkel, lehnt diese jedoch nach wie vor ab.
Durch die gemeinschaftlichen Staatsanleihen hätten vor allem die krisengeschüttelten Länder in Europa eine Chance wieder auf die Füße zu kommen. Ein Land wie Deutschland müsste dafür auf seine aktuell besonders niedrigen Zinsen verzichten und würde somit zu einem gewissen Teil seine Vormachtstellung in Europa einbüßen müssen. Für viele Experten ist dies der fast schon einzige Weg zu einem neuen Gleichgewicht in Europa.
Angela Merkel spricht sich hingegen weiterhin gegen die Eurobonds aus und möchte lieber darauf achten, dass die Stabilitätsregeln besser eingehalten werden. Zudem möchte sie nach eigenen Angaben die Prozesse vorantreiben nach denen die Banken rekapitalisiert werden und der Rettungsschirm EFSF gestärkt wird.